Volbert / Huber / Kannegießer | Empirische Grundlagen der familienrechtlichen Begutachtung | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 390 Seiten

Volbert / Huber / Kannegießer Empirische Grundlagen der familienrechtlichen Begutachtung

Familienpsychologische Gutachten fundiert vorbereiten
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8409-2882-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Familienpsychologische Gutachten fundiert vorbereiten

E-Book, Deutsch, 390 Seiten

ISBN: 978-3-8409-2882-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Im familienrechtlichen Kontext werden Entscheidungen getroffen, die weitreichende Konsequenzen für das Leben von Familien haben. Zur fachlichen Beratung und Entscheidungsfindung bedienen sich Gerichte familienpsychologischer Gutachten. Die an Sachverständige gestellten Fragen sind vielfältig: Sie reichen von der Festlegung des Lebensmittelpunkt des Kindes über die Kontaktregelung nach Trennung und Scheidung bis hin zur Frage, ob das Kindeswohl im Haushalt der Eltern gefährdet ist und welche Schutzmaßnahmen geeignet und notwendig sind, um eine solche Gefährdung abzuwenden.
Dieser Band behandelt die Grundlagen der familienrechtlichen Begutachtung, die zur Beantwortung dieser Fragen notwendig sind. Hierfür werden zu relevanten psychologischen Themengebieten aktuelle empirische Ergebnisse zusammengetragen und kritisch reflektiert. Dargestellt werden zunächst die Auswirkungen von Trennung und Scheidung unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf die betroffenen Kinder, die Spezifik von Hochkonfliktfamilien und die Effekte unterschiedlicher Betreuungs- und Umgangsmodelle nach einer Trennung. Daneben geht es um die Wirkungen von elterlichem Problemverhalten oder auch psychischer Erkrankung auf die Entwicklung von Kindern. Weitere Beiträge diskutieren die Effektivität unterschiedlicher Interventionen (z.B. ambulante Jugendhilfemaßnahmen, Inobhutnahmen, Aufenthalt in Pflegefamilien, Heimunterbringungen).

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Zielgruppe


Sachverständige im Familienrecht, Familienrichter, Mitarbeiter in Jugendämtern, Verfahrensbeistände, Umgangspfleger, im familienrechtlichen Kontext und im Kinderschutz tätige Fachpersonen, Studierende und Lehrende der Psychologie mit Schwerpunkt im Beriech Rechts- und Familienpsychologie.

Weitere Infos & Material


1;Empirische Grundlagen der familienrechtlichen Begutachtung;1
1.1;Inhaltsverzeichnis;7
1.2;Vorwort;9
1.3;Teil I: Trennungsfamilien: Struktur und Dynamik;13
1.3.1;Kapitel 1: Belastungs- und Unterstützungsfaktoren für die Entwicklung von Kindern in Trennungsfamilien;15
1.3.2;Kapitel 2: Hochkonflikthaftigkeit im familiengerichtlichen Verfahren;53
1.3.3;Kapitel 3: Co-Parenting: Betreuungsmodelle nach einer Trennung;75
1.3.4;Kapitel 4: Umgang und Kindeswohl;99
1.3.5;Kapitel 5: Pluralisierung von Elternschaft;116
1.4;Teil II: Risikokonstellationen;141
1.4.1;Kapitel 6: Psychisch kranke Eltern;143
1.4.2;Kapitel 7: Kinder von suchtkranken Eltern;185
1.4.3;Kapitel 8: Psychische Kindesmisshandlung;205
1.4.4;Kapitel 9: Sexueller Kindesmissbrauch;235
1.4.5;Kapitel 10: Dysfunktionale elterliche Erziehung;265
1.5;Teil III: Evaluation von Interventionen;301
1.5.1;Kapitel 11: Evaluation ambulanter Jugendhilfemaßnahmen;303
1.5.2;Kapitel 12: Auswirkungen von Inobhutnahme;322
1.5.3;Kapitel 13: Heimerziehung und andere betreute Wohnformen;335
1.5.4;Kapitel 14: Hinwirken auf Einvernehmen;360
1.6;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;384
1.7;Sachregister;386


Belastungs- und Unterstützungsfaktoren für die Entwicklung von Kindern in Trennungsfamilien
Sabine Walper und Alexandra N. Langmeyer

1 Zur Einleitung: Die Instabilität von Paarbeziehungen im Kontext des Wandels von Familie

Familien haben im Verlauf der vergangenen Jahre in Deutschland – wie in vielen anderen Ländern – einen beträchtlichen Wandel erfahren. Eine Reihe von Familienformen, die vom „Normalitätsentwurf“ der verheirateten Kernfamilie abweichen, haben deutlich an Bedeutung gewonnen (Jurczyk et al., 2014). Ursachen hierfür sind die sinkende Stabilität von Partnerschaftsbeziehungen, die sich in gestiegenen Trennungs- und Scheidungsraten niederschlägt und die Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften. Die gestiegenen Trennungszahlen lassen sich mit veränderten Ansprüchen an Ehe und Partnerschaft begründen: Während früher der Versorgungsaspekt der Ehe im Vordergrund stand, ist es heutzutage vor allem der Wunsch nach partnerschaftlichem Zusammensein, was mit gesteigerten Erwartungen an die Ehe einhergeht. Lassen sich diese Erwartungen nicht umsetzen, entscheiden sich Männer und Frauen heute häufiger für eine Scheidung als noch vor 20 Jahren (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2017). Vielfach sind auch Kinder von einer Trennung der Eltern betroffen. Welche Veränderungen in den Lebens- und Entwicklungsbedingungen eine Trennung der Eltern für Kinder mit sich bringt, steht im Mittelpunkt dieses Kapitels.

Schätzungen zufolge wird mehr als jede dritte Ehe in Deutschland durch eine Scheidung beendet (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016). Im Jahr 2015 betraf dies 163 335 Ehen mit insgesamt 131 749 minderjährigen Kindern (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2017). Gleichzeitig sinken die Eheschließungszahlen, und die Ehe hat als normativer Rahmen für die Familiengründung an Bedeutung verloren: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland mehr als ein Drittel der Kinder nichtehelich geboren (35 %). In Ostdeutschland liegen die Quoten noch höher, dort gilt dies sogar für mehr als jedes zweite Kind (Langmeyer & Walper, 2013a). Obwohl Kinder unverheirateter Eltern heute mit 80 % weit überwiegend in einem Paarhaushalt geboren werden (Langmeyer & Walper, 2013b), erweisen sich diese nichtehelichen Partnerschaften im Vergleich zu Ehen als weniger stabil. Auswertungen der UK Millennium-Cohort-Study zeigen, dass die Trennungsrate verheirateter Eltern mit Kindern bis zu 5 Jahren bei 10 % liegt, hingegen sind es 35 % bei nichtehelichen Eltern (Callan et al., 2006). Auch in Deutschland ist das Trennungsrisiko unverheirateter Eltern höher als das von verheirateten Eltern (Schnor, 2012).



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