Wesselmann Mythische Erzählstrukturen in Herodots "Historien"
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-11-023966-9
Verlag: De Gruyter
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, Band 3, 461 Seiten
Reihe: MythosEikonPoiesis
ISBN: 978-3-11-023966-9
Verlag: De Gruyter
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Herodots Historie ist das erste erhaltene Geschichtswerk Europas. Immer wieder aber wurde der Autor auch kritisiert; so prägt Cicero zwar den Terminus „Vater der Geschichtschreibung“, bemängelt aber zugleich die Fiktionalität in dessen Werk. In der Tat ist gerade das mythische Geschichtenerzählen ein Hauptcharakteristikum bei Herodot und die Durchmischung fiktionaler Tradition und rationalistischer Innovation hat auch moderne Leser bisweilen irritiert.
Diese „Mythisierung“ historischer Geschehnisse resultiert jedoch nicht aus naiver Anekdotenfreude. Vielmehr wird eine Interpretation der historischen Ereignisse erst durch den assoziativen Gehalt möglich, den die mythische Folie innerhalb der griechischen Erzähltradition mit sich bringt. Es wäre zu einfach, Herodots Verwendung mythischer Folien als bewusste auktoriale Intention zu deuten. Somit ist auch die hier geleistete Rekonstruktion eines mythisch-rituellen Bezugsfelds ein notwendiger Bestandteil zum Verständnis Herodots, der weniger als „Vater der Geschichtsschreibung“ denn als Erbe einer Geschichtentradition erscheint.
Zielgruppe
Wissenschaftler, Institute, Bibliotheken / Academics, Institutes, Libraries
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literaturkritik: Hermeneutik und Interpretation
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Alte Geschichte & Archäologie Geschichte der klassischen Antike Römische Geschichte
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft Allgemein Historiographie
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Klassische Literaturwissenschaft Klassische Lateinische Literatur
Weitere Infos & Material
1;I. Einleitung;13
1.1;1. Herodot und der Mythos;13
1.2;2. Bisherige Forschung;20
1.3;3. Weitere Ziele: eine ,mythisch-rituelle Poetik‘ der Geschichtsschreibung;27
1.4;4. Das Mythische und das Rituelle;35
1.5;5. Vorgehensweise;40
1.5.1;5.1 Zur Methode des Strukturvergleichs;40
1.5.2;5.2 Auswahlkriterien;44
1.5.3;5.3 Intertextualität und Traditionalität;47
2;II. Frevel: Mythos als moralisches Paradigma;56
2.1;1. Imitatio Dei: Xerxes und Frau und Tochter des Masistes (9.108–113);58
2.2;2. Gewässerfrevel;67
2.2.1;2.1 Die persischen Könige;67
2.2.2;2.2 Mythische Folien: Achilleus und Skamandros und andere;75
2.2.3;2.3 Kroisos, der Schwankende (1.75);86
3;III. Wahnsinn – Die Komplexität der Moral im Spiegel von Mythos und Kult;91
3.1;1. Die doppelte µa..a und das Problem der Kausalität;92
3.1.1;1.1 Kambyses und Kleomenes;92
3.1.2;1.2 Die Tradition des Wahnsinns;104
3.1.2.1;1.2.1 Die Doppelung der µa..a im Mythos;104
3.1.2.2;1.2.2 Die Doppelung der µa..a im Kult;123
3.1.3;1.3 Die Traditionalität der µa..a bei Herodot: Mythisches Erzählen;131
3.1.3.1;1.3.1 Die Doppelung der µa..a bei Herodot;131
3.1.3.2;1.3.2 Weitere Traditionalismen in Herodots µa..a-Geschichten;134
3.1.4;1.4 .a..a und Initiation? Kleomenes und Kambyses, Anacharsis und Skyles;139
3.1.4.1;1.4.1 .a..a und Initiation ;139
3.1.4.2;1.4.2 Kambyses und Kleomenes und das Initiationsparadigma;144
3.1.4.3;1.4.3 Skyles und Anacharsis (4.76–80);148
3.1.5;1.5 Ergebnis;155
3.2;2. Dionysos und der Tyrann;156
3.2.1;2.1 Arion (1.23 f.);158
4;IV. ,Trickstergeschichten‘: Schelmenfigur und Erzählstruktur;172
4.1;1. ‚Trickster‘ bei Herodot?;172
4.2;2. Die getreuen Verräter;173
4.2.1;2.1 Der angebliche Überläufer: Zopyros (3.153–160);173
4.2.2;2.2 Der ..... ..e....: Themistokles (8.70–83) und die Trugträume des Xerxes (7.8–19);179
4.3;3. Die ,Freier‘;186
4.3.1;3.1 Die List des Dareios (3.84–87);186
4.3.2;3.2 Hippokleides und die Alkmaioniden (6.126–131);192
4.4;4. ,Trickster‘ bei Herodot;201
5;V. Rite de passage – Die Tradition des Neuanfangs als mythhistorisches Zeichen;209
5.1;1. Eine Begriffsklärung;209
5.2;2. Verfolgung und Aussetzung des bedrohlichen Kindes: Die ,Kyrupädie‘ (1.107–130) und die Geburtsgeschichte des Kypselos (5.92.a-e) – Heroenbiographie und Unheilsvorzeichen;213
5.3;3. Der jugendliche Flüchtling;238
5.3.1;3.1 Adrastos – ,the Boy’s Tragedy‘ (1.34–45);238
5.3.2;3.2 Phronime und die böse Stiefmutter (4.154 f.) – Verschiebung der Parameter;251
5.4;4. Das tödliche Gastmahl;264
5.4.1;4.1 Das ,Atreusmahl‘ (1.73; 1.119) – Herrschaftswechsel und kulturelle Nivellierung264
5.4.2;4.2 Der Mord an den Gästen (5.18–21; 1.106): Clash der Kulturen281
5.5;5. ....ß.a. .....: Rhampsinitos und der Meisterdieb (2.121 f.);294
6;VI. Schluß;312
6.1;1. Strukturierung, Semantisierung, Validierung. Zur Funktion des Mythischen in der Geschichte;312
6.2;2. Herodot und die Problematik der modernen Rezeption;319
6.2.1;2.1 Das Problem der Erzähllogik;319
6.2.2;2.2 Das Problem der Faktizität;328
6.3;3. ,Mythisch-rituelle Poetik‘ und kultureller Kontext;347
7;Appendix 1: Herodot und Homer – ein kurzer Forschungsüberblick;354
8;Appendix 2: Das Wortfeld ,Frevel‘ bei Herodot;357
9;Literaturverzeichnis;370
10;Index mythischer und herodoteischer Handlungsfiguren und -orte;399
11;Index locorum Graecorum et Latinorum;410
12;A Brief Summary: Mythical Structures in Herodotus;431