Willich | Restrukturierung und Macht | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 369 Seiten

Willich Restrukturierung und Macht

Fallstudie einer Konzernreorganisation
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86618-574-6
Verlag: Edition Rainer Hampp
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Fallstudie einer Konzernreorganisation

E-Book, Deutsch, 369 Seiten

ISBN: 978-3-86618-574-6
Verlag: Edition Rainer Hampp
Format: PDF
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Großes tut sich in einem DAX-Konzern. Neben einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategie planen die Vorstände von Holding und Konzernunternehmen auch eine tiefgreifende und konzernweite Reorganisation der Strukturen. Dabei verfügen die projektleitenden Vorstände über nahezu unbeschränkte Ressourcenzugriffe und Handlungsspielräume. Anfängliche, ohnehin nur sehr vorsichtig geäußerte Bedenken und Vorbehalte sind auf diese Weise schnell überwunden, und die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen kann beginnen. Doch nur wenige Wochen später sind alle zentralen Protagonisten der Projekte aus dem Unternehmen ausgeschieden – bis hin zum zuvor allmächtig scheinenden Vorstandsvorsitzenden. Ihnen allen wird zum Verhängnis, daß sie die allmählich sich wandelnden Machtverhältnisse viel zu spät wahrnehmen und dann keine Chance mehr haben, hierauf zu reagieren. Die scheinbar ausmanövrierten Opponenten des Wandels übernehmen die Macht. Die vorliegende Arbeit bietet die sehr seltene Gelegenheit, all diese Vorgänge auch und insbesondere auf der ersten Ebene ausführlich und in allen Facetten mitzuverfolgen. Es wird gezeigt, wie durchgehend gerade dort Mikropolitik das Geschehen prägt und wie unter solchem Einfluß selbst scheinbar härteste Fakten wachsweich und scheinbar unantastbare Akteure nahezu über Nacht völlig machtlos werden können. Dem Mythos von ökonomischer Vernunft und handlungsmächtigen 'great men' wird eine stark relativierende Perspektive sozialen Handelns in Organisationen gegenübergestellt. Erst im Wissen um die Wirkungsweisen solcher – vielfach tabuisierter und damit zumeist dem 'Halbwissen' überlassener – Prozesse und Mechanismen wird es in der Folge möglich sein, die Bereiche der Kontrolle nach und nach auszuweiten.

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1;Geleitwort;6
2;Inhaltsverzeichnis;8
3;Abbildungsverzeichnis;10
4;1. Einleitung;14
5;2. Methodologie;18
5.1;2. 1 Qualitative Sozialforschung und interpretatives Paradigma;18
5.2;2. 2 Der Forschungsprozeß;22
6;3. Theoretische Perspektive;44
6.1;3. 1 Figurationen, soziale Prozesse, Machtbalancen – der Ansatz von Elias;47
6.2;3. 2 Zur Konsequenz der Perspektive von Elias;70
6.3;3. 3 Ein „vorläufiges Fazit“;74
7;4. Der Fall: Restrukturierung eines Handelskonzerns;80
7.1;4. 1 Überblick;82
7.2;4. 2 Vorgeschichte;87
7.3;4. 3 Das Projekt „High-Performance-Organisation“;99
7.3.1;4. 3. 1 Das Unterprojekt „Optimierung der Verkaufsbereiche“;130
7.3.2;4. 3. 2 Das Unterprojekt „Optimierung der Nichtverkaufsbereiche“;161
7.3.3;4. 3. 3 Das Unterprojekt „Reorganisation der Personalbereiche“;174
7.3.4;4. 3. 4 Das Unterprojekt „Bildungscontrolling“;192
7.3.5;4. 3. 5 Das Unterprojekt „Gestaltung der Unternehmenskultur“;196
7.4;4. 4 Das Ende des Projekts „High-Performance-Organisation“;200
7.4.1;4. 4. 1 Entwicklungen auf der Konzernebene;200
7.4.2;4. 4. 2 Entwicklungen im Warenhaus und Fortgang des Projekts „HPO“;204
7.5;4. 5 Nachgeschichte;214
8;5. Der Fall aus der Perspektive der Figurations- und Prozeßtheorie;220
8.1;5. 1 Figurationsmuster und figurationale Rationalitäten;221
8.1.1;5. 1. 1 Kapitalismus;224
8.1.2;5. 1. 2 Unternehmenskontext;230
8.1.3;5. 1. 3 Innerbetriebliche Konstellationen;233
8.1.4;5. 1. 4 Projektspezifische Konstellationen;241
8.2;5. 2 Figurationale Relativitäten: Problemsichtweisen, Ziele, Verfahren;255
8.3;5. 3 Figurationale Relativitäten: Erfolgsbewertungen und -zuschreibungen;310
8.4;5. 4 Bedingte Kontrolle: Steuerungspotentiale und –grenzen;334
9;6. Abschließende Betrachtungen und Einordnungen;350
10;Verzeichnis der verwendeten Literatur;360
11;Übersicht: Zentrale Akteure, Projekte & Handlungsebenen;365


5. 1 Figurationsmuster und figurationale Rationalitäten (S. 208-209)

In ihrem Buch „Computer und Macht in Organisationen“ verwenden ORTMANN et al. (1990) den Begriff des „Entscheidungskorridors“, um die (stufenweise) Transformation von Kontingenz in Entscheidungen innerhalb von Wirtschaftsorganisationen zu verdeutlichen338. In gewisser Weise kommt in den nachfolgenden Abschnitten eine ähnliche Argumentation zum Tragen339. Es soll dargestellt werden, in welcher Art und in welchem Maße figurationale Konstellationen individuelles (und kollektives) Handeln dominieren und damit auch präformieren. Der Grad der Ausführlichkeit, mit der dies jeweils geschehen wird, variiert dabei mit dem Erklärungszweck der entsprechenden Abschnitte.

Wie oben aufgezeigt, ist die (Forschungs-)Perspektive wesentliches Kriterium für die Operationalisierung und Abgrenzung von Figurationen und Figurationsmustern. So werden in den folgenden Darlegungen die nachstehenden (figurationalen) Konstellationen betrachtet und ihre spezifischen Rationalitäten aufgezeigt:
- Kapitalismus;
- Unternehmenskontext: Standort, Branche und näheres Unternehmensumfeld;
- Innerbetriebliche Konstellationen; - Projektspezifische Konstellationen.

Die ersten drei Konstellationen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie das Handeln zunehmend spezifisch vorstrukturieren, gleichzeitig aber auch einer zunehmenden Einflußnahme zugänglich sind. So ist beispielsweise die kapitalistische Figuration und deren Rationalität weder für ein Unternehmen, geschweige denn für einen ihrer Akteure grundlegend zu beeinflussen, andererseits läßt sie einen sehr breiten Handlungsspielraum.

Demgegenüber können innerorganisationale Konstellationen durchaus verändert werden (wenngleich nicht von jedem und nicht immer in der erwünschten Weise), wozu jedoch – gemäß der hier vertretenen theoretischen Perspektive – eine relativ starke Ausrichtung des eigenen Handelns an diesen Konstellationen erforderlich ist. Projektkonstellationen lassen sich unter den zuvor genannten Gesichtspunkten zwischen dem ersten und zweiten Gliederungspunkt einordnen. Die durch sie hervorgebrachten Rationalitäten stellen als spezifische Verfahrensrationalitäten im Grunde Sub-Rationalitäten.


Georg v. Willich promovierte bei Oswald Neuberger. Parallel zu seinen Forschungsaktivitäten war er im beratenden und operativen Geschäft tätig. Er ist Commercial Director eines internationalen Unternehmens im Bereich Healthcare.



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