Buch, Deutsch, Band 19, 348 Seiten, Format (B × H): 156 mm x 227 mm, Gewicht: 464 g
Eine rechtsvergleichende normorientierte Forschung zum Phänomen »mediale Verurteilung«
Buch, Deutsch, Band 19, 348 Seiten, Format (B × H): 156 mm x 227 mm, Gewicht: 464 g
ISBN: 978-3-428-13945-3
Verlag: Duncker & Humblot GmbH
Die Arbeit ist ein Beitrag zur Erforschung der Spannungslage zwischen den Massenmedien und dem strafgerichtlichen Urteil, wobei das besondere Phänomen 'mediale Verurteilung' in China hauptsächlich aus dem strafrechtlich normorientierten Blickwinkel untersucht und die deutsche Situation rechtsvergleichend herangezogen wird. Die Entstehung und der normative Zustand dieses besonderen Phänomens beziehen sich in groben Zügen auf zwei unterschiedliche Problemfacetten: Bei der äußeren Facette handelt es sich darum, dass die Medienwirkung in justizfremden Druck umgewandelt wird, der sich direkt auf die Justiz auszuwirken vermag. Bei der inneren Facette geht es darum, dass die Medienwirkung selbst als normatives Element bei der konkreten Rechtsanwendung in China rechtsdogmatisch berücksichtigt werden kann. Daher stehen die theoretischen und strafrechtsdogmatischen Analysen zur Frage der Medienwirkung in der Straftatlehre und Strafzumessungslehre im Brennpunkt der Arbeit. Die Untersuchung zur 'medialen Verurteilung' bringt ans Licht, dass das Verlangen der Modernisierung des chinesischen Strafrechts die chinesischen Juristen dazu drängt, eine 'Renaissance' der formalen Rationalität des Rechts sowohl im Bereich der Rechtsinstitutionen als auch auf dem Gebiet der Rechtskultur zu initiieren.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtsvergleichung
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Kommunikationswissenschaften Massenmedien & Massenkommunikation
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtstheorie, Rechtsmethodik, Rechtsdogmatik, Rechtsprechungslehre
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtssoziologie, Rechtspsychologie, Rechtslinguistik
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Medienwissenschaften Medien & Gesellschaft, Medienwirkungsforschung
- Rechtswissenschaften Strafrecht Strafverfahrens- und -prozessrecht, Strafverteidigung und Opferschutz
Weitere Infos & Material
Kapitel 1: Einleitung
Kapitel 2: Die äußere Facette der medialen Verurteilung: Die außerstrafrechtlichen Auswirkungen der Massenmedien auf das Strafurteil
Einleitende Bemerkung: Mediale Vorverurteilung oder mediale Verurteilung? – Die Gesamtdarstellung der äußeren Facette der medialen Verurteilung am Beispiel des Ausgangsfalls – Eingehende Darlegung der Hintergründe der äußeren Facette der medialen Verurteilung: Die Interpretationen zur Situation in China – Die auf die äußere Facette bezogene Verhinderung der medialen Verurteilung in Deutschland – Gesamtbetrachtung der Problematik: Stellungnahme und Überleitung
Kapitel 3: Die innere Facette der medialen Verurteilung (I): Medienwirkung und die allgemeine Straftatlehre im Hinblick auf den Sozialschädlichkeitsbegriff im materiellen Strafrecht
Einleitende Bemerkung – Überblick über die Situation in China: Die Medienwirkung in der Blickrichtung der herkömmlichen chinesischen Verbrechenslehre: Tatumstand als Tatbestand? – Die Medienwirkung und das materielle Strafrecht im Blickfeld der deutschen Straftatlehre – Vergleichung, Kritik, Vertiefung und zusammenfassende Bemerkung
Kapitel 4: Die innere Facette der medialen Verurteilung (II): Medienwirkung und Strafzumessung
Einleitende Bemerkung – Die theoretische und rechtspraktische Zulässigkeit der Medienwirkung in der Strafzumessung in China – Die Vermeidung der Einbeziehung der Medienwirkung in die Strafzumessung in Deutschland im Kontrast zu China
Kapitel 5: Zusammenfassung und die wesentlichen Ergebnisse in Thesenform
Literaturverzeichnis