E-Book, Deutsch, 256 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
Bleiber Cashflow optimieren
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-648-11429-2
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 256 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
ISBN: 978-3-648-11429-2
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Cashflow gehört zu den wichtigsten Kennzahlen der Unternehmenssteuerung und Finanzberichterstattung. Er zeigt, ob das Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen gegenwärtig und zukünftig erfüllen, Investitionen planen und Gesellschafterausschüttungen vornehmen kann. In diesem Buch erfahren Sie, wie sich der Cashflow zusammensetzt, wie Sie ihn korrekt berechnen und gezielt beeinflussen. Der Autor erläutert mit vielen Beispielen und Tipps, wie Sie die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens sicherstellen.
Inhalte:
- Die einzelnen Teile des Cashflows korrekt berechnen
- Die Stellschrauben zur Cashflow-Optimierung gezielt beeinflussen
- Mithilfe der Cashflow-Planung die mittel- und langfristige Liquiditätsentwicklung erkennen
- Den Cashflow für eine positive Bewertung des Unternehmens optimieren
- Wichtige Warnzeichen mithilfe des Cashflows rechtzeitig erkennen
- Den Cashflow als Basis für Managemententscheidungen optimal nutzen
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Einführung
Die Kennzahl Cashflow
- Die Definition des Cashflows
- Die Aufgabe des Cashflows
- Die Besonderheiten der Kennzahl Cashflow
Den Cashflow optimal nutzen
- Externe Entscheidungen
- Interne Entscheidungen
- Richtige Nutzung
Den Cashflow richtig berechnen
- Der Cashflow nach DRS 21
- Andere Formen des Cashflows
Das steckt in den Cashflow-Positionen
- Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
- Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit
- Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
- Veränderung des Finanzmittelfonds
- Schwierige Interpretation
Den Cashflow optimieren
- Der falsch eingeschätzte Parameter: Abschreibungen
- Der überschätzte Parameter: Rückstellungen
- Ein bedeutender Parameter: die Vorräte
- Die Forderungen und der Cashflow
- Die Verbindlichkeiten in der Cashflow-Rechnung
- Veränderungen im Anlagevermögen
- Veränderungen im Eigenkapital
Cashflow-Planung
- Aufgaben der Cashflow-Planung
- Informationsquellen für die Planung
- Mögliche Reaktionen auf das Planergebnis
- Die besondere Cashflow-Planung
Interpretationen des Cashflows
- Grundsätzliche Aussagen
- Warnzeichen im Cashflow
- Cashflow-Politik
Der Cashflow in der praktischen Anwendung
- Gesetze und Normen
- Überwachung und Planung der Liquidität
- Insolvenzgefahr beurteilen
- Unternehmensbewertung
Abkürzungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis
2 Den Cashflow optimal nutzen
Aus den bereits beschriebenen Aufgaben, die der Cashflow als Kennzahl erfüllt, lassen sich unterschiedliche Möglichkeiten seiner Nutzung innerhalb und außerhalb des Unternehmens ableiten. Es ist wichtig, sich die grundsätzlichen Nutzungsmöglichkeiten des Cashflows bereits jetzt zu vergegenwärtigen, damit man die folgenden detaillierten Betrachtungen von Berechnungen und Inhalten sofort richtig einordnen und die Verbindung zur Praxis herstellen kann. Die folgende Aufzählung zeigt in Kurzform, worüber der Cashflow Auskunft geben kann: Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Für den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden die Zahlungsströme, die sich aus dem laufenden Geschäft des Unternehmens ergeben, saldiert. Der Cashflow gibt an, wie viele Finanzmittel aus dem eigentlichen Geschäft erzielt wurden. Ist der Cashflow positiv, wurden finanzielle Überschüsse erwirtschaftet. Ist der Wert negativ, hat das laufende Geschäft Geld verbraucht. Der Wert sollte immer deutlich positiv sein. Cashflow aus der Investitionstätigkeit Wenn ein Unternehmen in Anlagevermögen investiert, verbraucht es finanzielle Mittel. Daher ist der Cashflow aus Investitionstätigkeit meist negativ. Die Finanzströme, die aus dem Unternehmen hinausfließen, sind dann größer als die, die sich aus dem Verkauf von vorhandenem Anlagevermögen ergeben. Denn die Einnahmen, die sich aus dem Verkauf von Grundstücken, Gebäuden, Maschinen, Fahrzeugen und anderen Vermögensteilen ergeben, werden hier ebenfalls verbucht. Ein Unternehmen, das einen positiven Cashflow aus Investitionstätigkeit ausweist, verringert seine Substanz. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Für den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit werden Geldströme von oder zu Kapitalgebern saldiert. Zu den Kaitalgebern gehören die Anteilseigner des Unternehmens, die Kapital geben oder Dividenden bekommen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit kann sowohl positiv sein, wenn z. B. eine große Investition finanziert werden musste, als auch negativ. Ein negativer Cashflow zeigt die Zahlung von Zinsen, Tilgung und Dividenden. Im richtigen Verhältnis zu den anderen beiden Cashflow-Werten ist ein negativer Cashflow nicht per se als negativ zu bewerten. Der Cashflow kann einerseits als Grundlage für die eigenen internen Entscheidungen verwendet werden. Andererseits muss er gleichzeitig so beeinflusst werden, dass Externe für ihre Entscheidungen ein gutes Bild zugunsten des Unternehmens erhalten. 2.1 Externe Entscheidungen
Wenn sich externe Dritte mit Entscheidungen im Hinblick auf ein Unternehmen befassen, geht es oft um ein finanzielles Engagement. Soll die Bank einen weiteren Kredit geben? Will der Anteilseigner seine Anteile verkaufen? Oder liefert der Rohstoffhändler seine Waren gegen Rechnung? Was die Externen für solche Entscheidungen wissen müssen, wird als Parameter für die Aufstellung des Cashflows im Deutschen Rechnungslegungs Standard 21 genannt. Die Entscheider außerhalb des Unternehmens wollen beurteilen, ob das Unternehmen ausreichende Mittel erwirtschaftet, um seinen Zahlungsverpflichtungen z. B. an Lieferanten nachkommen zu können. Banken versuchen zu erkennen, ob Kredite vereinbarungsgemäß bedient werden können und Anteilseigener müssen einschätzen, ob die ihnen zustehenden Ausschüttungen getätigt werden können. Eine positive Bewertung hängt dabei nicht allein vom Wert des errechneten Cashflows ab. Es kann sogar sinnvoll sein, dass der Gesamt-Cashflow negativ ist. Das ist z. B. dann der Fall, wenn eine große Investition getätigt und ausreichende eigene Mittel in der Vorperiode erwirtschaftet wurden. Werden diese vorrätigen Mittel aus der Vorperiode in der betrachteten Periode für die Finanzierung neuer Anlageteile eingesetzt, ist auch ein negativer Cashflow positiv zu beurteilen. Beispiel: Mittel aus dem Vorjahr Ein Unternehmen hat in der betrachteten Periode eine Maschine im Wert von 100.000 EUR gekauft. Diese wurde mit Finanzmitteln der Vorperiode bezahlt. Um das Beispiel nicht zu komplex zu machen, werden keine Bankzahlungen, weder Kredite noch Tilgung, angenommen. Die Cashflow-Betrachtung zeigt folgendes Bild: Periode t-1 t Anfangsbestand an Finanzmitteln 200.000 EUR 300.000 EUR Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 150.000 EUR 150.000 EUR Cashflow aus Investitionstätigkeit 0 EUR -100.000 EUR Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -50.000 EUR -150.000 EUR Endbestand an Finanzmitteln 300.000 EUR 200.000 EUR Gesamt-Cashflow 100.000 EUR -100.000 EUR Tab. 3: Cashflow-Betrachtung Wird nur der Gesamt-Cashflow der Periode t betrachtet, ist das Ergebnis negativ. Denn dabei wird übersehen, dass bereits im Vorjahr (t-1) die Finanzmittel um 100.000 EUR aufgebaut wurden, wohl um die Investition in Periode t finanzieren zu können. Eine korrekte Beurteilung ist nur unter Berücksichtigung der Einzelwerte und der Vorperiode möglich. Da nicht jeder Externe vor seiner Entscheidung eine Erläuterung zur Interpretation der Daten erhält oder erhalten will, ist es notwendig, die Kennzahl Cashflow zu optimieren. So hätte z. B. die Anzahlung der Maschine noch in t-1 den negativen Cashflow in t reduziert. Gleichzeitig kann eine Ausschüttung an und eine Rückzahlung von den Anteilseignern von Teilbeträgen zu einem weniger dramatischen Bild führen. Dabei muss jedoch beachtet werden, wie sich die Ausschüttung bei den Anteilseignern steuerlich auswirkt. Dieses Beispiel zeigt klar, dass für eine sichere positive Beurteilung des Cashflows durch Externe eine optimierende Beeinflussung notwendig ist. Das gilt umso mehr, wenn die finanzielle Lage des Unternehmens kritisch ist. 2.2 Interne Entscheidungen
Wie gerade erläutert, verwenden Externe den Cashflow zur Beurteilung des Unternehmens. Aber er liefert darüber hinaus eine Grundlage für interne Entscheidungen. Langfristige Steuerung der Zahlungsströme Eine kurzfristige Zahlungsfähigkeit wird durch die Liquiditätsplanung sichergestellt, langfristige Zahlungsströme hingegen werden mithilfe des Cashflows geplant. Lediglich auf die Vergangenheit bezogen zeigt er, wieviel finanzielle Mittel das Unternehmen selbst erwirtschaften konnte und wieviel aus externen Quellen wie Banken oder Eigentümern gekommen ist. Für die Optimierung des Cashflows ist es notwendig, Planwerte zu bestimmen. Dabei wird zunächst festgelegt, wieviel Cashflow aus dem laufenden Geschäft kommen soll. Im mittel- und langfristigen Plänen sind bereits Investitionen vorgesehen, die finanziert werden müssen. Aus dem Ergebnis der geplanten Investitionstätigkeit errechnet sich der Cashflow. Ist dieser höher als der im laufenden Geschäft erwirtschaftete Cashflow, muss der Wert aus der Finanzierungstätigkeit geplant werden. Dabei werden die Zahlungsströme zwischen dem Unternehmen und den Banken bzw. den Anteilseignern so eingestellt, dass ausreichend Mittel für die Investitionen bereitstehen. Beispiel: Weitergehende Dynamisierung Um die Cashflow-Planung aufzubauen, ist der Blick auf eine längere Vergangenheit sinnvoll. Dabei wird die Entwicklung der einzelnen Cashflow-Bestandteile beobachtet. Daraus lassen sich oft Rückschlüsse auf die Zukunft ziehen. Der dynamische Cashflow erhält eine zusätzliche, zeitliche Komponente, also eine weitere Dynamisierung. Periode t-5 t-4 t-3 t-2 t-1 t t + 1 Plan Anfangsbestand an Finanzmitteln 150.000 EUR 200.000 EUR 230.000 EUR 180.000 EUR 200.000 EUR 300.000 EUR 200.000 EUR Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 150.000 EUR 180.000 EUR 150.000 EUR 200.000 EUR 150.000 EUR 150.000 EUR 150.000 EUR Cashflow aus Investitionstätigkeit -200.000 EUR 0 EUR -50.000 EUR 0 EUR 0 EUR -100.000 EUR -200.000 EUR Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 100.000 EUR -150.000 EUR -150.000 EUR -180.000 EUR -50.000 EUR -150.000...