Krings | Fremdsprachenlernen mit System | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 576 Seiten

Krings Fremdsprachenlernen mit System

Das große Handbuch der besten Strategien für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
unverändertes eBook der 1.Auflage von 2016
ISBN: 978-3-87548-811-1
Verlag: Buske
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das große Handbuch der besten Strategien für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

E-Book, Deutsch, 576 Seiten

ISBN: 978-3-87548-811-1
Verlag: Buske
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieser Ratgeber stellt den Lesern in übersichtlicher und leicht verständlicher Form ein umfassendes Repertoire an Lernstrategien für alle Formen des Fremdsprachenlernens zur Verfügung. Dazu berücksichtigt er alle Lernniveaus und Teilkompetenzen (Lesen, Hören, Sprechen, Schreiben). Er eignet sich für alle Lernmotivationen (Studium, Beruf, Reise, kulturelle Interessen, Kontakte), für die Vorbereitung auf Prüfungen und den Erwerb von Zertifikaten, für das Lernen im In- und Ausland, für das Lernen in Kursen, Gruppen, Tandems sowie das reine Selbststudium. Er befähigt auch dazu, die Qualität von Unterricht und von Lernmaterialien einzuschätzen.
Die Ratschläge sind für alle Sprachen nutzbar und werden durch viele Beispiele aus dem Englischen, Französischen, Italienischen, Spanischen sowie aus zahlreichen anderen Sprachen veranschaulicht.Der Band berücksichtigt umfassend die neuen multimedialen Lernformen und nennt zahlreiche Open-Access-Quellen im Internet.Durch seinen Aufbau eignet er sich auch zum Nachschlagen und Quereinsteigen. Sprechende Überschriften machen es dem Leser leicht, schnell die Ratschläge zu finden, die er für sein aktuelles Lernen benötigt.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


TEIL I
Good to know – Zur Einleitung und zur Einstimmung
1 Zur Einleitung – Was Sie von diesem Buch erwarten dürfen und wie Sie es benutzen können
Im Zeitalter der Internationalisierung und Globalisierung in fast allen Lebensbereichen benötigen immer mehr Menschen Fremdsprachenkenntnisse. Wer nicht das Glück hatte, bilingual aufzuwachsen, macht dabei in der praktischen Anwendung seiner Fremdsprachenkenntnisse oft die Erfahrung, dass seine Schulkenntnisse nicht ausreichen. Zu lückenhaft der Wortschatz, zu unsicher die Grammatik, zu stockend das Sprechen, zu fehlerhaft das Schreiben oder einfach nur: zu viel wieder vergessen. Andere wiederum benötigen Fremdsprachen, die an deutschen Schulen nicht oder nur sehr selten angeboten werden. Auf sprachliche Kontakte mit Schweden, Polen oder Portugiesen in deren Muttersprache hat uns die Schule nicht vorbereitet, von so wichtigen Sprachen wie Arabisch, Türkisch, Japanisch oder Chinesisch ganz zu schweigen. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass in Deutschland jedes Jahr mehrere Millionen Menschen beschließen, vorhandene Sprachenkenntnisse aufzufrischen und auszubauen oder neue Sprachen zu lernen, an Volkshochschulen, Universitäten, privaten Sprachschulen oder anderen Einrichtungen. Für viele von ihnen ist dabei die Entscheidung, Fremdsprachen zu lernen, identisch mit der Entscheidung, einen Sprachkurs zu belegen. Es ist sozusagen ein Reflex. Warum eigentlich? Eine naheliegende Erklärung ist, dass wir es aus der Schule so gewohnt sind: Sprachen bekommt man durch Unterricht »beigebracht« wie so ziemlich alles andere auch in der Schule. Ein zweiter Grund ist die Praxis der meisten Lehrer: Sie vermitteln durch ihre Art zu lehren oft bewusst oder unbewusst die Botschaft, dass es ohne Lehrer gar nicht geht. Das gilt oft in der Erwachsenenbildung noch genauso wie in der Schule. Zwar erwarten auch die Dozenten von Erwachsenen Engagement, vor allem in der Form von »Mitarbeit« und »Hausaufgaben«, aber die meisten von ihnen lassen doch die Fäden im Unterricht eindeutig bei sich zusammenlaufen. Sie determinieren mehr oder weniger den gesamten Unterrichtsablauf und entscheiden selbst, was für die Lerner gut ist. Die meisten Lehrer handeln auch heute noch nach dem Prinzip des »aufgeklärten Absolutismus«: Ich weiß, was für euch gut ist, also tut, was ich euch sage. Ein dritter Grund, und vielleicht ist dies sogar der entscheidende, besteht in der Versuchung für den Lerner, durch das Belegen von Unterricht die Verantwortung für das Gelingen des Lernprozesses zumindest zu einem guten Teil abzugeben, und zwar an einen, der weiß, wie es geht, den Lehrer eben. Und damit liegt dann auch der nächste Schluss bereits in der Luft, nämlich die Erwartung, dass Unterricht, der doppelt so viel kostet, doppelt so gute Ergebnisse bringt oder – je nach Präferenz – nur halb so viel Mühe macht, ein Schluss, von dem so manch kommerzieller Anbieter lebt. Auf jeden Fall erwartet fast jeder, der an einem bestimmten Kurs teilnimmt, dass er das gewünschte Ziel damit erreicht, einfach nur deshalb, weil er am Kurs teilnimmt. Etwas pointiert gesagt: Lehrer und Lerner erliegen gemeinsam einer Art kunstvoll inszenierten Selbstbetrugs. Dieser Selbstbetrug lässt sich dabei auf die einfache, aber grundfalsche Formel zurückführen »gelehrt = gelernt«. Wenn die internationale wissenschaftliche Forschung zum Lehren und Lernen von Fremdsprachen in den letzten Jahrzehnten ein Ergebnis klar herausgearbeitet hat, dann ist es dieses: Lernen ist kein Prozess, der spiegelsymmetrisch zum Lehren verläuft. Wenn Sie eine Stunde lang Spanischunterricht genommen haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie wirklich eine Stunde lang Spanisch gelernt haben. Und das, was Sie gelernt haben, ist in keiner Weise das direkte Abbild dessen, was der Lehrer Sie lehren wollte. Lerner sind keine Gefäße, die mit fremdsprachlichem Können »gefüllt« werden und in denen es dann »drin« ist. Sprachenlernen ist im Kern ein aktiver Aneignungsprozess durch einen selbsttätigen Lerner, kein passiver Belehrt-werden-Prozess durch einen noch so engagierten und qualifizierten Lehrer. Lernen kann zwar meist durch äußere Umstände und durch eine gute »Lernorganisation« erleichtert und gefördert werden. Aber zustande kommt es immer nur in unserem eigenen Kopf nach den individuellen Regeln, die sich aus unseren individuellen Lernvoraussetzungen und Lernweisen ergeben. Dieser Charakter des Lernens ist auch der Grund, warum die Delegation an einen Lehrer nicht vergleichbar ist mit der Delegation anderer Dienstleistungen. Wer also z. B. argumentiert, dass man im Alltag ja auch andere Aufgaben an Fachleute delegiert und ihnen die Verantwortung für die professionelle Durchführung dieser Aufgaben überträgt, der verkennt den entscheidenden Unterschied: Der Monteur kann für Sie die Heizung reparieren, der Steuerberater für Sie die Steuererklärung machen und die Rechtsanwältin für Sie den Prozess führen. Aber der Fremdsprachenlehrer kann nun einmal nicht für Sie die Fremdsprache lernen. Alles was beim Fremdsprachenlernen zu tun ist, muss letztlich in Ihrem Kopf stattfinden. Vieles spricht dafür, dass der klassische Fremdsprachenunterricht in Großgruppen, wie er für die meisten Einrichtungen typisch ist, für diesen aktiven Aneignungsprozess keine optimalen Bedingungen bietet. Wer sich in einen Sprachkurs setzt, verbringt, ohne es zu wollen, oft mehr Zeit damit, dem Lehrer beim Lehren oder den anderen Teilnehmern beim Lernen zuzusehen, als selbst zu lernen. Vor dem Hintergrund dieser Grundeinsicht, die ich noch näher begründen werde (s. Abschnitt 2|9 »Dabeisein ist nicht alles – Warum Sie die Möglichkeiten von Fremdsprachenunterricht kritisch einschätzen sollten«), ist das Ziel dieses Buches zu sehen: Ich möchte Sie einladen, den aktiven, selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Lerner in Ihnen zu entdecken. Die zentrale Botschaft des Buches lautet: Werden Sie Ihr eigener Lernmanager! Damit Sie dieses Ziel erreichen können, stelle ich Ihnen in diesem Buch das nötige Wissen für das optimale Management Ihrer fremdsprachlichen Lernprozesse zur Verfügung. Dabei geht es keineswegs darum, alles nur noch im Selbststudium zu machen. Fremdsprachenunterricht zu besuchen bleibt durchaus eine Option. Aber nicht als unreflektierter Reflex, wie oben beschrieben, sondern nur als Teil eines umfassenderen Lernkonzepts, zu dem auch andere Lernformate gehören. Vor allem aber geht es darum, Sie mit einem breiten Inventar von Strategien zum Erreichen Ihrer selbst gesetzten Lernziele unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Lernstile zu versorgen. Ein wichtiger Leitgedanke dabei ist die Effizienz. Zeit ist heute ein knappes Gut. Nur für die wenigsten ist Fremdsprachenlernen reiner Zeitvertreib. Alle anderen müssen sich die Zeit zum Lernen nehmen, oft genug auf Kosten von Freizeit und Erholung. Ich gehe deshalb von einem Lerner aus, der schnell Erfolge sehen möchte und der Umwege nicht unbedingt als bereichernd empfindet. Um dieses Ziel zu erreichen, fordert das Buch Sie aber auch auf, eigene Lerngewohnheiten in Frage zu stellen. Denn eine Erfahrung mache ich immer wieder: Fast alle, die eine Fremdsprache lernen, wenden bewusst oder unbewusst bestimmte Lernstrategien an; aber sie tun es oft, ohne sich ernsthaft zu fragen, ob es die richtigen für sie sind. Die einen belegen einen teuren Sprachkurs in einer Privatschule oder erwarten Wunder von einem zweiwöchigen Sprachkurs im Ausland. Die anderen pauken endlos lange Vokabellisten oder lernen Grammatikregeln auswendig. Und wiederum andere setzen ganz auf reine Anwendung im Gespräch und wundern sich später, wenn sie eine Zertifikatsprüfung nicht bestehen. Dieses Buch stellt demgegenüber so manche beliebte Lernstrategie in Frage und schlägt effizientere Alternativen vor. Dennoch verspricht es aber weder einen Nürnberger Trichter noch die einzig wahre Methode. Es stellt Ihnen vielmehr einen umfassenden Werkzeugkoffer zur Verfügung, aus dem Sie diejenigen Strategien auswählen können, die Sie brauchen und die zu Ihnen passen. Dabei machen wir uns einen entscheidenden Umstand unserer Zeit zunutze: Fremdsprachenlernen war, rein technisch gesehen, noch nie so einfach wie heute. Elektronische Sprachkurse bieten umfassende multimediale Lernumgebungen, die Text, Grafik, Ton und Film integrieren. Interaktive Lernsoftware erkennt und analysiert unsere Fehler, gibt individualisiertes Feedback und verwaltet zielstrebig beherrschte und nicht beherrschte Vokabeln. Elektronische Wörterbücher liefern in Bruchteilen von Sekunden die gewünschten Übersetzungen, teilweise sogar als Pop-up-Funktion direkt durch einen Klick auf das unbekannte Wort, und fügen beim Schreiben die Übersetzung durch einen weiteren Klick in den eigenen Text ein. DVDs bieten fast regelmäßig auch die fremdsprachigen Originalversionen aller internationalen Filme. Das Internet bietet praktisch unbegrenzten (und meist kostenlosen) Zugang zu fremdsprachigen Texten, fremdsprachigem Radio und Fernsehen, und dies selbst in seltenen Fremdsprachen, stellt mit seinen Podcast- und Videodatenbanken unbegrenztes Hörverstehensmaterial zur Verfügung und hält auf zahlreichen spezialisierten Portalen eine kaum noch zu überblickende Fülle an kostenlosem fremdsprachlichen Lernmaterial bereit. Außerdem eröffnet es neue Formen des kooperativen Lernens, das Raum- und Zeitgrenzen fast beliebig überschreitet. Wir können über E-Mail, Skype oder Videokonferenz mit anderen Lernern und auch Muttersprachlern in Kontakt treten und dabei unsere Fremdsprache mit Menschen trainieren, die sich am anderen Ende der Welt befinden. Selbst für Unterricht müssen wir heute das Haus nicht mehr unbedingt...


Hans P. Krings, Professor für Angewandte Linguistik an der Universität Bremen, studierte Romanische Philologie, Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und legte das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Französisch und Italienisch ab. Er lehrte an den Universitäten Hildesheim, Bochum, Paris-Nanterre und Bremen, wo er zuletzt sieben Jahre lang Wissenschaftlicher Direktor des Fremdsprachenzentrums der Hochschulen im Land Bremen (FZHB) war. Er unterrichtete viele Jahre Französisch, Italienisch sowie Deutsch als Fremdsprache in verschiedenen Ländern und an verschiedenen Einrichtungen (Universitäten, Volkshochschulen, private Sprachschulen). Er hat zahlreiche Bücher und Fachartikel publiziert und ist auch Autor des Internetportals Der Bremer Schreibcoach (bremer-schreibcoach.uni-bremen.de).



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