E-Book, Deutsch, 721 Seiten, eBook
Reihe: mir-Edition
Morschett Institutionalisierung und Koordination von Auslandseinheiten
2008
ISBN: 978-3-8350-5509-4
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Analyse von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen
E-Book, Deutsch, 721 Seiten, eBook
Reihe: mir-Edition
ISBN: 978-3-8350-5509-4
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die Institutionalisierung sowie die Koordination von Auslandseinheiten sind Kernaufgaben für das Management multinationaler Unternehmen (MNU). Der Autor stellt die theoretischen Grundlagen der beiden Themenkomplexe umfassend dar, analysiert bisherige Studienergebnisse und leitet Hypothesen ab. Basierend auf dem Konfigurationsansatz werden empirisch erfolgreiche Koordinationsmuster sowie Institutionalisierungsformen in Abhängigkeit der Rolle einer Auslandseinheit für das MNU und der Umfeldsituation präsentiert.
Prof. Dr. Dirk Morschett ist Inhaber des Chairs of International Management der Universität Fribourg.
Zielgruppe
Research
Weitere Infos & Material
1;Vorwort der Herausgeber;6
2;Foreword of the Editors;7
3;Geleitwort;8
4;Vorwort;10
5;Inhaltsverzeichnis;12
6;1. Grundlagen der Untersuchung;19
6.1;1.1. Einführung und Problemstellung;19
6.2;1.2. Auslandseinheit als Analyseebene;34
6.3;1.3. Forschungsdefizite und forschungsleitende Fragen;40
6.4;1.4. Aufbau der Arbeit;45
7;2. Internationale Institutionalisierung und Koordination von Auslandseinheiten als Gegenstand von Theorien, Erklärungsansätzen und empirischen Untersuchungen;47
7.1;2.1. Einführung;47
7.2;2.2. Ausgewählte grundlegende Theorien und Ansätze zur Erklä-rung der Organisation und des strategischen Verhaltens in-ternational tätiger Unternehmen;48
7.3;2.3. Institutionalisierung von Auslandseinheiten;85
7.4;2.4. Koordination von Auslandseinheiten;182
7.5;2.5. Heterogenität von Auslandseinheiten – Rollentypologien als theoretisch- konzeptionelle Grundlagen der Aufgabenvielfalt;228
7.6;2.6. Konzeptionelle Überlegungen zum Charakter und zur Inter-nationalisierung von Dienstleistungen sowie empirische Be-funde;272
8;3. Modell der Institutionalisierung und Koordination von Auslandseinheiten;301
8.1;3.1. Primat der strategischen Zielsetzung;301
8.2;3.2. Interdependenz der Komponenten;309
8.3;3.3. Entwicklung eines Modells zur Erklärung von Institutionali-sierung und Koordination von Auslandseinheiten;321
9;4. Ergebnisse der empirischen Untersuchung – Analyse der Institutionalisierung und Koordination von Auslandsheiten;443
9.1;4.1. Methodische Anlage und Durchführung der empirischen Primäruntersuchung;443
9.2;4.2. Ergebnisse der empirischen Analyse;453
10;5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Implikationen für das Internationale Management;634
10.1;5.1. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse;634
10.2;5.2. Implikationen für das Internationale Management;653
11;Anhang;663
11.1;Anhang: Liste der in der Meta-Analyse verwendeten Studien;664
11.2;Anhang: Messkonzept;665
11.3;Anhang: Fragebogen zur empirischen Untersuchung;670
12;Literaturverzeichnis;679
Grundlagen der Untersuchung.- Internationale Institutionalisierung und Koordination von Auslandseinheiten als Gegenstand von Theorien, Erklärungsansätzen und empirischen Untersuchungen.- Modell der Institutionalisierung und Koordination von Auslandseinheiten.- Ergebnisse der empirischen Untersuchung — Analyse der Institutionalisierung und Koordination von Auslandsheiten.- Zusammenfassung der Ergebnisse und Implikationen für das Internationale Management.
1. Grundlagen der Untersuchung (S. 1)
1.1. Einführung und Problemstellung
1.1.1. Einführung
Die internationale Unternehmenstätigkeit hat im Verlauf der letzten Dekaden eine enorme Bedeutung erlangt.
Die empirische Basis dieser Aussage, die z.B. in dem rasanten Wachstum des Welthandels und der Direktinvestitionsströme, den Import- und Exportquoten bei verschiedenen Warengruppen, der Bedeutung des Intra-Unternehmens-Handels am gesamten Welthandel, dem Internationalisierungsgrad einzelner Unternehmen, der Anzahl der international tätigen Unternehmen in einzelnen Volkswirtschaften oder der Anzahl der bestehenden ausländischen Tochtergesellschaften gesehen werden kann, soll hier nicht im Detail wiedergegeben werden.
Die entsprechenden Daten und Fakten werden in den Einführungskapiteln zahlreicher Lehrbüchern zum Internationalen Mangement aufgezeigt, um die hohe Relevanz der Thematik zu unterstreichen (so z.B. Welge/Holtbrügge 2003, S. 20ff., Kutschker/Schmid 2005, S. 40ff., S. 234, Zentes/Swoboda/Morschett 2004, S. 13ff.).
Unstrittig ist auch, dass die Komplexität der Führung eines international tätigen Unternehmens in der Regel höher ist als bei der Führung eines nur national tätigen Unternehmens.
Im Gegensatz zur nationalen Unternehmensführung, die ihre Aktivitäten auf ein relativ stabiles Umfeld ausrichten kann, müssen internationale Führungsentscheidungen und -handlungen auf Umfeldentwicklungen abgestimmt werden, die häufig dynamischer als rein nationale Entwicklungen ablaufen.
Da die Besonderheit internationaler Unternehmenstätigkeit vor allem in der Durchführung länderübergreifender Ressourcentransfers liegt, ist ein international tätiges Unternehmen zudem heterogenen Umfeldern ausgesetzt. Das Spannungsfeld zwischen einer u.U. notwendigen Adaption an die jeweiligen Gastlandbedingungen einerseits und einer weltweit standardisierten Vorgehensweise andererseits wirft damit eine einzigartige Fragestellung für international tätige Unternehmen auf.
Zudem verschließen sich häufig Eigenarten von Auslandsmärkten den meist im Stammland erfahrenen und sozialisierten Managern, der Fremdheitsgrad des Gastlandumfelds ist deutlich größer als bei rein nationaler Tätigkeit (Macharzina 2003b, S. 836f., Welge/Holtbrügge 2003, S. 37, Fayerweather 1969, Johanson/ Vahlne 1977, S. 26). Ob durch diese erhöhte Komplexität und die erwähnten Besonderheiten die internationale Unternehmensführung ein eigenständiges wissenschaftliches Untersuchungsobjekt darstellt oder lediglich den Spezialfall großer, diversifizierter Organisationen (vgl. Macharzina 2003a, S. 27), soll hier nicht diskutiert werden.
Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass nicht nur Großunternehmen das Untersuchungsobjekt der Forschung zum Internationalen Management darstellen, sondern die Gestaltung internationaler Unternehmensaktivitäten auch für kleine und mittlere Unternehmen von Relevanz ist (Swoboda/Meyer 1999).
Mit zunehmender Internationalisierung von Unternehmen wird der von Auslandseinheiten erwirtschaftete Beitrag zum Unternehmensergebnis immer wichtiger. Dies konstatierte Welge bereits 1980 (S. V). Seither haben sich die weltweiten Direktinvestitionsbestände mehr als verzehnfacht (vgl. Zentes/Swoboda/Morschett 2004, S. 17f.), woraus – vereinfacht gesagt – eine entsprechend größere Bedeutung von Auslandseinheiten für die Unternehmen resultiert.
Nach Angaben der UNCTAD hat sich die Zahl der ausländischen Tochtergesellschaften von Unternehmen allein seit Mitte der 1990er Jahre etwa verdoppelt (vgl. UNCTAD 1999, Kutschker/Schmid 2005, S. 234). Betrachtet man den enormen Bedeutungsanstieg, wird deutlich, warum das Thema der Beziehung zwischen einer inländischen Unternehmenszentrale und einer Auslandseinheit auch heute noch in der Forschung zum Internationalen Management von hoher Aktualität ist (Schmid/Kutschker 2003, S. 161).