Siegrist | Der Resilienzprozess | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 131 Seiten, eBook

Siegrist Der Resilienzprozess

Ein Modell zur Bewältigung von Krankheitsfolgen im Arbeitsleben
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-92168-6
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Ein Modell zur Bewältigung von Krankheitsfolgen im Arbeitsleben

E-Book, Deutsch, 131 Seiten, eBook

ISBN: 978-3-531-92168-6
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Nur ganz selten verläuft ein Leben wie geplant und erhofft. Meist wird es irge- wann, oft ganz unerwartet, von Krisen durchbrochen, von Krankheiten bedrängt oder vom Schicksal erschüttert. Unheil und Unbill sind Stolpersteine, denen wir kaum ausweichen können. Sie haben die Kraft, uns aus der Bahn zu werfen, aber - und darum geht es in dieser Arbeit - sie können auch Wegmarken sein, die uns innehalten lassen und auffordern, den bisherigen Weg zu überdenken und neu auszurichten. Dann verliert dieser Lebensriss seine lähmende Macht und versorgt uns mit neuer Energie. Das nährt Neugier, Lebendigkeit und Mut. Vielen gelingt es so, den krisenhaften Stolperstein als Endpunkt einer problematischen und zugleich als Startpunkt einer neuen, sinnvolleren Lebensführung anzunehmen. Ulrich Siegrist greift diese hoffnungsvolle Lebenserfahrung auf, analysiert ihre Quellen und gibt wertvolle Hinweise. Dieses lesenswerte und zugleich gut lesbare Buch macht uns mit der aktuellen psychologischen Forschung vertraut, lässt uns an realen Schicksalen teilnehmen und regt uns zu einer sensiblen - trachtung und Steuerung des eigenen Lebensweges an.

Ulrich Siegrist ist Arbeits- und Organisationspsychologe und beschäftigt sich mit Aspekten der Resilienz - des Gedeihens trotz widriger Umstände. Als Supervisor und Coach berät er Menschen in beruflichen Veränderungen und Krisensituationen.

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1;Geleitwort;6
2;Vorwort;9
3;Inhalt;11
4;1 Einführung;15
4.1;1.1 Themenstellung;15
4.2;1.2 Übersicht;16
5;2 Begriffsbestimmung und psychologische Grundlagen;18
5.1;2.1 Arbeit;18
5.2;2.2 Krankheit;20
5.3;2.3 Belastung;21
6;3 Konzepte zum Umgang mit Belastungen;24
6.1;3.1 Ressourcen- und Entwicklungsorientierung;24
6.2;3.2 Coping;25
6.3;3.3 Salutogenese;26
6.4;3.4 Selbstwirksamkeit;27
6.5;3.5 Krisenstrategien;27
7;4 Das Resilienzkonzept;29
7.1;4.1 Forschungsstand;30
7.2;4.2 Risiko- und Schutzfaktoren;32
7.3;4.3 Rahmenmodell;33
7.4;4.4 Aspekte familialer Resilienz;35
7.5;4.5 Posttraumatisches Wachstum;35
7.6;4.6 Abgrenzung;36
7.7;4.7 Konzepte zur Resilienzförderung;38
7.7.1;4.7.1 Die sieben Schlüssel zum Erreichen innerer Stärke;38
7.7.2;4.7.2 Die sieben Säulen der Resilienz;39
8;5 Forschungsprojekt;41
8.1;5.1 Ausgangslage;41
8.2;5.2 Fragestellung;42
9;6 Befragung;44
9.1;6.1 Forschungsparadigma;44
9.2;6.2 Forschungsmethode;45
9.2.1;6.2.1 Prinzipien qualitativer Sozialforschung;45
9.2.2;6.2.2 Wahl des Forschungsinstruments;46
9.2.3;6.2.3 Das Persönliche Gespräch;48
9.3;6.3 Untersuchungsdesign;50
9.3.1;6.3.1 Auswahl der Personen;50
9.3.2;6.3.2 Gesprächsvorbereitung;51
9.3.3;6.3.3 Gesprächsdurchführung;53
9.3.4;6.3.4 Transkription und Verdichtungsprotokoll;53
9.3.5;6.3.5 Herausarbeiten fragestellungszentrierter Aussagen;54
10;7 Auswertung;56
10.1;7.1 Die Gesprächspartner;57
10.1.1;7.1.1 HI: „mit dem Motorrad zerlegt“;58
10.1.2;7.1.2 ST: „Schlaganfall“;62
10.1.3;7.1.3 UL: „Schlaganfall“;66
10.1.4;7.1.4 EX: „Ich hatte einen Motorradunfall“;70
10.1.5;7.1.5 OF: „Der Krebs“;74
10.1.6;7.1.6 UE: „Diagnose Leukämie“;78
10.1.7;7.1.7 BN: „Autoimmunerkrankung der Schilddrüse“;82
10.2;7.2 Die Zeit vor der Krise;86
10.2.1;7.2.1 Von der Krise überrascht;86
10.2.2;7.2.2 Erkennbare Zusammenhänge;86
10.3;7.3 Die akute Phase;86
10.3.1;7.3.1 Unterschiedliche Wahrnehmung der Dimension der Krise;86
10.3.2;7.3.2 Ängste und Nicht-Mehr-Leben-Wollen;87
10.3.3;7.3.3 Ausgeliefertsein;87
10.3.4;7.3.4 Sich selbst Gutes tun;87
10.4;7.4 Die Phase der Rekonvaleszenz;88
10.4.1;7.4.1 Zeit der Erholung;88
10.4.2;7.4.2 Möglichst kurze Krankenhausphase;88
10.5;7.5 Umweltfaktoren;88
10.5.1;7.5.1 Nahestehende Menschen als Unterstützung;88
10.5.2;7.5.2 Bedeutung der Behandler und Berater;89
10.5.3;7.5.3 Hilfreiche Vorbilder;90
10.5.4;7.5.4 Haustier;90
10.5.5;7.5.5 Finanzielle Sicherheit;90
10.6;7.6 Personale Ressourcen;91
10.6.1;7.6.1 Religion und Glaube;91
10.6.2;7.6.2 Lenkung der Gedanken;91
10.6.3;7.6.3 Vorerfahrungen im Umgang mit Krisen;92
10.6.4;7.6.4 Kämpfer;92
10.6.5;7.6.5 Verantwortungsübernahme;93
10.6.6;7.6.6 Bereitschaft, Hilfe anzunehmen;93
10.6.7;7.6.7 Zielstrebigkeit;93
10.6.8;7.6.8 Gesundheitsbewusster Lebensstil und Sport;93
10.6.9;7.6.9 Entspannungsfähigkeit;94
10.6.10;7.6.10 Kontaktfähigkeit;94
10.7;7.7 Verarbeitungsprozesse;94
10.7.1;7.7.1 Kämpfen versus Anpassung;94
10.7.2;7.7.2 Enttäuschungen versus Optimismus;95
10.7.3;7.7.3 Mit Ängsten umgehen;95
10.7.4;7.7.4 Rückschläge hinnehmen;95
10.7.5;7.7.5 Mit Krankheitsfolgen umgehen;96
10.7.6;7.7.6 Antworten auf das „Warum“ finden;96
10.7.7;7.7.7 Kurzfristige versus langfristige Orientierung;96
10.7.8;7.7.8 Rückmeldungen erhalten;96
10.7.9;7.7.9 Rückzug versus Kontakt;97
10.7.10;7.7.10 Information versus Unbeschwertheit;97
10.8;7.8 Verhalten zur Arbeit;97
10.8.1;7.8.1 Den Lebensunterhalt sichern;97
10.8.2;7.8.2 Berufliche Ziele verfolgen;97
10.8.3;7.8.3 Berufliche Neuorientierung;98
10.8.4;7.8.4 Reduzierung und Strukturierung;98
10.8.5;7.8.5 Zeitpunkt der erneuten Arbeitsaufnahme;98
10.8.6;7.8.6 Flexible Arbeitskultur;99
10.8.7;7.8.7 Unterstützung durch den Arbeitgeber;100
10.9;7.9 Entwicklungsergebnisse;100
10.9.1;7.9.1 Keine Vertiefung der Schuldfrage;100
10.9.2;7.9.2 Das Schicksal annehmen;100
10.9.3;7.9.3 Beibehalten früherer Orientierungen;101
10.9.4;7.9.4 Neue Orientierungen;101
10.9.5;7.9.5 Veränderte Bedeutung von Ehrgeiz;101
10.9.6;7.9.6 Aktiv handeln;102
10.9.7;7.9.7 Gestärktes Selbstbewusstsein;102
11;8 Diskussion;103
11.1;8.1 Möglichkeiten und Grenzen der Methodik;103
11.1.1;8.1.1 Validität und Reliabilität;103
11.1.2;8.1.2 Repräsentativität und Generalisierbarkeit;105
11.1.3;8.1.3 Erfahrungen in der Gesprächsführung;106
11.1.4;8.1.4 Problematik der Auswertung;106
11.2;8.2 Erkenntnisgewinn;108
11.2.1;8.2.1 Bedeutung von Arbeit;108
11.2.2;8.2.2 Bedeutung des Umfelds;109
11.2.3;8.2.3 Die Krise in der Krise;109
11.2.4;8.2.4 Aktivität des Individuums;110
11.2.5;8.2.5 Bedeutung von Kognitionen;111
11.2.6;8.2.6 Dialektik der Prozesse;111
11.3;8.3 Übertragbarkeit des Resilienzmodells;113
11.3.1;8.3.1 Ganzheitlichkeit des Modells;113
11.3.2;8.3.2 Prozessorientierung;114
11.3.3;8.3.3 Problematik der Rahmenmodells;114
11.3.4;8.3.4 Anpassung des Modells;115
12;9 Rückblick und Ausblick;119
12.1;9.1 Zur Untersuchung;119
12.2;9.2 Zur Anwendung;120
13;10 Literatur;122

Einführung.- Begriffsbestimmung und psychologische Grundlagen.- Konzepte zum Umgang mit Belastungen.- Das Resilienzkonzept.- Forschungsprojekt.- Befragung.- Auswertung.- Diskussion.- Rückblick und Ausblick.


8 Diskussion (S. 102-103)

Die vorliegende Untersuchung stützt sich auf sieben Gespräche, die gemäß der qualitativen Forschungsmethode des Persönlichen Gesprächs nach Langer (2000) geführt und bearbeitet wurden. Die Gesprächspartner haben offen und ausführlich über ihr äußeres und inneres Erleben vor, während und nach einer krankheits- oder unfallbedingten Krise gesprochen und dies in Beziehung zu ihrem derzeitigen Standing im Arbeitsleben gesetzt.

Sie haben dabei einen jeweils individuellen Weg beschrieben, der zum einen von ihrem Umfeld, zum anderen von ihren eigenen Einstellungen und Verarbeitungsprozessen bestimmt wurde. Allen Gesprächspartnern ist gemeinsam, dass ihnen gelungen war, trotz schwerer krankheitsbedingter Belastungen im Arbeitsprozess integriert zu bleiben oder dort nach einer Phase der Rekonvaleszenz wieder Fuß zu fassen. In der Auswertung wurde versucht, diejenigen Aussagen der Gesprächpartner herauszuarbeiten, die vor diesem Hintergrund Aufschluss über Faktoren und Prozesse der Resilienz geben.

8.1 Möglichkeiten und Grenzen der Methodik

8.1.1 Validität und Reliabilität

„Qualitative Verfahren liefern zuverlässige und gültige Ergebnisse, wobei die jeweiligen Maßstäbe etwas anders gefasst werden müssen.“ (Lamnek, 2005, S. 146) Generell kann davon ausgegangen werden, dass qualitative Erhebungs- und Auswertungsdesigns aufgrund ihrer besonderen Nähe zum sozialen Feld, der Berücksichtigung der Relevanzsysteme der Befragten, der kommunikativen Verständigungsbasis und der geringen Prädetermination durch den Forscher in hohem Maß valide sind (Koch, 2006, S. 32). Qualitative Forschung kann eine besonders hohe Deckungsgleichheit zwischen den Äußerungen der Befragten und der empirisch zu erforschenden Realität hervorbringen.

Wie Langer (2000, S. 92) betont, werden Validitätskriterien bei der Methode des Persönlichen Gesprächs als Weg in der psychologischen Forschung außerordentlich gut berücksichtigt: „der gesamte Forschungsansatz ist ja daraufhin konzipiert und zugeschnitten“ (ebd.). Langer (ebd., S. 38) fordert als Kriterium für das Erhebungsdesign, solche Personen zum Gespräch einzuladen, bei denen die realistische Aussicht besteht, in eine vertrauensvolle Beziehung eintreten zu können.

Dieses Kriterium ist bei der vorliegenden Fragestellung, bei der das innere Erleben eine wesentliche Rolle spielt, von besonderer Bedeutung, um von den Gesprächspartnern nicht durch Oberflächlichkeit und Fassadenhaftigkeit verfälschte Informationen zu erhalten. Allerdings war es für den Autor kaum möglich, diesbezüglich im Vorfeld zu einer verlässlichen Einschätzung zu gelangen. Hier hätte ein gewisses Validitätsrisiko liegen können, wenn es bei der Durchführung der Gespräche nicht gelungen wäre, eine vertrauensvolle Beziehungsebene herzustellen.


Ulrich Siegrist ist Arbeits- und Organisationspsychologe und beschäftigt sich mit Aspekten der Resilienz – des Gedeihens trotz widriger Umstände. Als Supervisor und Coach berät er Menschen in beruflichen Veränderungen und Krisensituationen.



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