Tacke / Demir | Expertenwissen: Fettleber | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 132 Seiten

Reihe: TRIAS Expertenwissen

Tacke / Demir Expertenwissen: Fettleber

Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit dem Praxis-Programm: Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Medikamente
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-432-11880-2
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit dem Praxis-Programm: Ernährung, Bewegung, Lebensstil, Medikamente

E-Book, Deutsch, 132 Seiten

Reihe: TRIAS Expertenwissen

ISBN: 978-3-432-11880-2
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Optimal beraten von Experten

Eine Fettleber haben nur Alkoholiker - Dieser Mythos hält sich hartnäckig. Dabei ist die nicht-alkoholische Fettleber noch verbreiteter. Sie entsteht vor allem durch mangelnde Bewegung und eine ungünstige Ernährung mit vielen Kohlenhydraten, auch bei schlanken Menschen. Die Fettleber kann zu einer Hepatitis führen, eine Entzündung der Leber, die im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose auslösen oder zum Leberkrebs führen kann. Die gute Nachricht ist, dass Sie die Heilung Ihrer Leber selbst in der Hand haben – mit der richtigen Ernährung und ausreichend> Bewegung – und manchmal auch den richtigen Medikamenten.

Die beiden Experten für Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité Berlin – Prof. Dr. Frank Tacke und Prof. Dr. Münevver Demir – zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Leber heilen:

- Fundiertes Wissen einfach erklärt: Wie schädlich ist Fruchtzucker, was bringt Fasten, muss ich unbedingt abnehmen? Braucht meine Leber eine Entgiftung? Welche Leberwerte sind optimal für mich? Wie kann ich die Leberfunktion überprüfen?

- Ihr 4-Wochen-Programm gegen Fettleber: Selbst aktiv werden mit Ernährungsumstellung, Bewegung und Gewichtsreduktion

- Leberfreundliche Ernährung: Mit Ballaststoffen, guten Fetten, mediterraner Kost und Proteinen die Leber entfetten. Auf stark verarbeitete Lebensmittel, gezuckerte Getränke und Alkohol verzichten.

- Passgenaue Medikamente und Untersuchungen: Therapie von Begleiterkrankungen, Übergewicht und neue Medikamente speziell gegen die Fettleberhepatitis.

Finden Sie die beste Unterstützung für Ihre Gesundheit.

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Die steatotische Lebererkrankung oder einfacher: die Fettleber
Unter Steatose versteht man die Ansammlung von Fett in Zellen. Wenn diese in den Leberzellen auftritt, spricht man von Lebersteatose oder Fettleber, zunächst unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Die Fettspeicherung in den Zellen erfolgt in Form von Tröpfchen. Die Größe dieser Tröpfchen kann variieren, meist sind sie jedoch vergleichsweise groß. Dadurch füllen sie den gesamten inneren Teil der Zelle aus und drängen andere Zellbestandteile an den Rand, was wiederum die Zellfunktion beeinträchtigen kann. Wie im vorangegangenen Abschnitt erläutert, hat die Leber eine Schlüsselrolle bei der Energieregulation unseres Körpers. Was die Leber jedoch eigentlich nicht tun soll, ist, überschüssige Energie in Form von Fett zu speichern. Die Leber speichert nur wenig Energie, nämlich einige Kohlenhydrate in Form von Glykogen, nicht jedoch Fett. Bei manchen Tieren befindet sich im nüchternen Zustand eine kleine Menge Fett in der Leber, beim Menschen ist das jedoch nicht der Fall. Die Speicherung überschüssiger Energie als Fett ist die Aufgabe des Fettgewebes. Die gesunde Leber des Menschen enthält daher nur wenig oder keine Fetttröpfchen. Befinden sich Fetttröpfchen in mehr als 5 % der Leberzellen, gilt dies als abnormal oder krankhaft (pathologisch). Unterschiede zwischen gesunder Leber und Fettleber. An dieser Stelle möchten wir auf eine wichtige Neuerung hinweisen: Fettlebererkrankungen sollen zukünftig weltweit mit neuen einheitlichen Fachbegriffen bezeichnet werden. Dies betrifft auch die häufigste Ursache einer Leberverfettung, die bisher als „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)“ bezeichnet wurde und die häufigste chronische Lebererkrankung weltweit ist. Es gibt gleich mehrere Gründe für die neue Namensgebung, die von mehreren internationalen Fachverbänden und Patientenorganisationen gemeinsam beschlossen wurde. Zum einen wurde das Wort „Fett“ (im Englischen „fatty“) in der Bezeichnung der Erkrankung als stigmatisierend empfunden. Auch kritisierten Betroffene die Bezeichnung „nicht-alkoholisch“, da die Verwendung des Wortes „Alkohol“ im Namen, trotz der Verneinung, ebenfalls stigmatisiere und zu gedanklichen Verbindungen wie die „Fetten“, die „Alkoholiker“ oder die „fetten Alkoholiker“ führe. Darüber hinaus war es im Zusammenhang mit der „nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung“ wichtig, die Erkrankung positiv zu definieren, also als das, was sie ist, nämlich eine Stoffwechselstörung, und nicht als das, was sie nicht ist, nämlich durch Alkohol verursacht. Auch wurde die Notwendigkeit gesehen, bisher nicht berücksichtigte Mischformen aus Stoffwechselstörung und erhöhtem, aber nicht exzessivem Alkoholkonsum zu definieren. Dies führte im Juni 2023 zu umfassenden neuen Namensgebungen, die in der Abbildung „Überprüfung von Risikofaktoren“ und in der Tabelle „Alte und neue Namen für die Fettlebererkrankungen“ dargestellt sind. Der neue Oberbegriff für alle Erkrankungen, die zu einer Verfettung der Leber führen, ist nun „Steatotische Lebererkrankung“ (abgekürzt SLD) entsprechend der englischen Bezeichnung „steatotic liver disease“. Dabei ist die Steatose der Fachbegriff für die Verfettung, wie bereits oben erwähnt. Daneben gibt es Untergruppen der Steatotischen Lebererkrankung, je nachdem ob die Fettleber durch eine Stoffwechselstörung, durch erhöhten Alkoholkonsum, durch eine Mischung aus beiden oder aus ganz anderer Ursache, wie beispielsweise durch Medikamente, verursacht wurde. Die wichtigste neue Untergruppe ist die „Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung“ (abgekürzt MASLD) und lehnt sich an die englische Bezeichnung „metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease“ an. Sie ist der neue Name für eine Verfettung der Leber, die durch eine Stoffwechselstörung verursacht ist, und löst die bisherige auf Abgrenzung beruhende Bezeichnung „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“ ab. Liegt eine stoffwechselbedingte Verfettung vor, die zusätzlich von einer Leberentzündung (Hepatitis) begleitet wird, handelt es sich um eine Steatohepatitis, und die Erkrankung wird als „Metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis“, kurz MASH, bezeichnet. Die Namensgebung lehnt sich auch hier an die englische Bezeichnung „Metabolic dysfunction-associated steatohepatitis“ an und löst den bisherigen Namen „Nicht-alkoholische Steatohepatitis“ (früher: NASH) ab. Darüber hinaus wurde eine ganz neue Untergruppe eingeführt, die den häufigen Umstand berücksichtigen möchte, dass sowohl eine stoffwechselbedingte Leberverfettung als auch ein Alkoholkonsum, der die für die MASLD definierten Grenzen übersteigt, vorliegt. Konkret heißt das, dass der tägliche Konsum von reinem Alkohol bei Frauen bei mehr als 10 g und weniger als 50 g und bei Männern bei mehr als 20 g und weniger als 60 g liegt. In diesem Fall wird die Erkrankung als „MetALD“, also „MASLD mit erhöhtem Alkoholgebrauch“, bezeichnet. Liegt der tägliche Konsum noch über diesen Werten bei gleichzeitigem Vorliegen einer Leberverfettung, spricht man von einer „Alkohol-assoziierten Lebererkrankung“ oder kurz: ALD. Dann steht der schädliche Alkoholkonsum ganz im Vordergrund als Ursache für die Leberschädigung. Ist die Fetteinlagerung weder durch eine Stoffwechselstörung noch durch Alkohol verursacht, die Ursache aber bekannt, geht diese in eine spezifische Untergruppe ein, beispielsweise „Medikamenten-induzierte steatotische Lebererkrankung“ oder „genetisch bedingte steatotische Lebererkrankung“. Ist die Ursache der Leberverfettung unklar, wird sie als „kryptogene steatotische Lebererkrankung“ bezeichnet. Dabei bezeichnet „kryptogen“ in der medizinischen Fachsprache generell eine unbekannte Ursache. Die alten und neuen Bezeichnungen rund um die verschiedenen Formen einer Fettleber sind zum einfacheren Nachlesen in der Tabelle zusammengefasst. Überprüfung von Risikofaktoren für die Diagnosestellung steatotischer Lebererkrankungen. (Reprinted from Journal of Hepatology, Vol. 81, Tacke, Frank et al., EASL–EASD–EASO Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD), Issue 3, 492–542 (2024), with permission from Elsevier.) (1) (Reprinted from Journal of Hepatology, Vol. 81, Tacke, Frank et al., EASL–EASD–EASO Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD), Issue 3, 492–542 (2024), with permission from Elsevier) Kardiometabolische Kriterien Abkürzungen: BMI = Body-Mass-Index; DILI = Drug Induced Liver Injury; T2DM = Typ-2-Diabetes mellitus; TU =Taillenumfang. *Es wird empfohlen, die IDF (International Diabetes Federation)-Grenzwerte (Taillenumfang Männer 94 cm, Frauen 80 cm) auch für Nicht-Europäer zu verwenden, bis weitere Daten verfügbar sind. Kriterien für Erwachsene, mindestens 1 von 5 BMI = 25 kg/m2 oder Taillenumfang* > 94 cm (m) bzw. 80 cm (w) oder entsprechende Anpassung Nüchternglukose = 100 mg/dl oder 2 h postprandial > 140 mg/dl oder T2DM oder Therapie eines T2DM Blutdruck = 130/85 mmHg oder antihypertensive Therapie Triglyceride = 150 mg/dl oder Fettsenker HDL-Cholesterin < 40 mg/dl (m) und < 50 mg/dl (w) oder Cholesterinsenker Kriterien für Kinder, mindestens 1 von 5 BMI = 85. Perzentile für Alter/Geschlecht oder Taillenumfang* > 95. Perzentile oder entsprechende Anpassung Nüchternglukose = 100 mg/dl oder Glukose = 200 mg/dl oder 2 h postprandial Glukose = 140 mg/dl oder HbA1c = 5,7 % oder bekannter T2DM oder Therapie eines T2Dm < 13 Jahre, RR = 95. Perzentile oder = 130/80 mmHg; > 13 Jahre, = 130/85 mmHg oder antihypertensive Therapie < 10 Jahre, Triglyceride = 100 mg/dl; = 10 Jahre Triglyceride = 150 mg/dl oder Fettsenker HDL-Cholesterin < 40 mg/dl oder Cholesterinsenker Alte und neue Namen für die Fettlebererkrankungen neue Bezeichnung neue Abkürzung alte Bezeichnung alte Abkürzung ...


Prof. Dr. med. Frank Tacke, MD, PhD, MBHA, ist Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er wurde in Hannover, Aachen, Houston und New York ausgebildet. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie, Intensivmedizin und Infektiologie. Prof. Tacke erhielt zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und ist einer der meistzitierten Forschenden weltweit („Highly Cited Researcher“ 2020-2024). Er ist Koordinator der multidisziplinären europäischen Leitlinie zur metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (EASL-EASD-EASO).

Prof. Dr. med. Münevver Demir, MD, ist Leitende Oberärztin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Sie studierte in Mainz und wurde in Köln ausgebildet. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie und Transplantationsmedizin ist sie Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und der multidisziplinären deutschen Leitlinie zur metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung. Prof. Demir ist Studienleiterin („Principle Investigator“) in einer Vielzahl von internationalen, multizentrischen klinischen Studien, vor allem im Bereich der chronischen Lebererkrankungen.



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